Das Viertelfestival NÖ wird seit dem Jahr 2006 von der Kulturvernetzung NÖ im Auftrag des Landes Niederösterreich durchgeführt. Dabei werden alternierend die Regionen des Landes "bespielt", um Kunst- und Kulturprojekte nahe zu den Menschen zu bringen und "Kultur vor der Haustür" anzubieten. Noch bevor das diesjährige Viertelfestival am 9. Mai im Mostviertel gestartet wird, laufen bereits die Planungen für das nächste Jahr.
Montag, 5. Mai 2008
Viertelfestival NÖ findet 2009 im Weinviertel statt
Das Viertelfestival NÖ wird seit dem Jahr 2006 von der Kulturvernetzung NÖ im Auftrag des Landes Niederösterreich durchgeführt. Dabei werden alternierend die Regionen des Landes "bespielt", um Kunst- und Kulturprojekte nahe zu den Menschen zu bringen und "Kultur vor der Haustür" anzubieten. Noch bevor das diesjährige Viertelfestival am 9. Mai im Mostviertel gestartet wird, laufen bereits die Planungen für das nächste Jahr.
Sonntag, 4. Mai 2008
Neues Buch über Wiens prosperierendes Hinterland
Unter CENTROPE werden die Gegend zwischen den beiden Twin-Cities Wien und Bratislava wohl nur Stadt- und Landschaftsplaner, Politiker und Business-Manager kennen. Martin Leidenfrost, Autor mit niederösterreichischen Wurzeln, kennt die Gegend allgemein prognostizierter Wirtschaftshoffnungen aus etwas anderem Blickpunkt: Vor vier Jahren zog er in eine Plattenbausiedlung von Bratislava und unternahm von dort unzählige Ausflüge mit seinem in der Tasche mitgenommenen Feuilleton-Skizzenblock. Was ursprünglich einmal pro Woche in der Tageszeitung "Die Presse" nachzulesen war, ist nun unlängst als Buch heraus gekommen: "Die Welt hinter Wien", gut 230 Seiten stark, versammelt knapp 50 beobachtete, lakonisch beschriebene Eindrücke, mitunter in Form von Kurzgeschichten.
Ihnen allen gemein ist, dass sie dem Leser eindrucksvoll vor Augen führen, wie unbekannt für viele genau diese "Welt hinter Wien" ist. Und hierfür muss man laut Leidenfrost gar nicht bis nach Bratislava fahren, es reicht schon seine Beobachtungen über Gänserndorf, Marchegg, Kittsee nachzulesen, um die nahe Exotik des Hinterlandes zu verdeutlichen. Die Geschichten, um die es geht, sind nicht selten unvollständig: Ein Interviewpartnerin aus dem Rotlicht-Milieu erscheint nicht, beim Besuch einer Roma-Siedlung dreht er an der Schwelle dorthin um. Leidenfrost schreibt keine journalistischen Stories mit fixer Einlösung des Versprochenen, ihm erscheint vieles mehr bemerkens- und berichtenswert. Etwa über die nur scheinbar bizarren Personen im Wagon Slovakia im Intercity 407, der am Wiener Westbahnhof abends startet und ein eher melancholisches Publikum über die Grenze mit sich führt. Oder sein Besuch im 900-Seelen-Dorf Hlboké, das eine nationalistische Hochburg sein soll und er gerade auf Personen trifft, die gerade diese Einstellung unterlaufen: Es sind auch diese "Pannen", die Leidenfrosts Skizzen so empfehlenswert machen. Abgesehen davon, dass der 1972 geborene Autor schlichtweg sehr gut beobachten und schreiben kann. Daher: Für "eingefleischte" Wienerinnen und Wiener als Reiselektüre dringend anzuraten, aber auch für angehende Journalisten, die gerade aufgrund der kurzen Geschichten lernen können, wie man auch bei scheinbaren Nicht-Geschichten auf das Erzählenswerte stößt.